Alleinlebende: Ein schöner Tag in Hannoversch Münden

Am Sonntag, 13. Juli 2025, trafen sich Alleinlebende aus dem Kirchenbezirk Göttingen und dem Nachbarbezirk Kassel-Korbach (Gebietskirche Westdeutschland) in Hann. Münden und feierten dort gemeinsam mit der Gemeinde den Gottesdienst.

Einige der aktiven Mitglieder dieser Gruppe hatten den Gottesdienst mit vorbereitet. Zwei Schwestern trugen vor dem Gottesdienst „Dankesworte“ vor, die zuvor aus den Reihen der Alleinlebenden zusammengetragen wurden.

Priester Reinhold Stamm feierte mit der um die Alleinlebenden erweiterten Gemeinde den Gottesdienst, dem das Bibelwort Lukas 17, Vers 20 und 21 zugrunde lag:

„Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes?, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht mit äußeren Zeichen; man wird auch nicht sagen: Siehe, hier!, oder: Da! Denn sehet, das Reich Gottes ist mitten unter euch.“

Das Reich Gottes ist für uns nicht nur Zukunft, sondern heute schon spürbar – in uns selbst, und durch uns auch um uns in der Gemeinschaft der Gläubigen. Dort, wo Jesus gegenwärtig ist, kann das Reich Gottes bereits jetzt erlebt werden. Zugang zum Reich Gottes erlangen wir durch die Wiedergeburt aus Wasser und Geist. Wenn Jesus in uns lebt, zeigen wir Dankbarkeit, Opferbereitschaft, Liebe zum Nächsten und tun Gutes. Priester Bernd Wieland (Göttingen) und Evangelist Thomas Scheffler (Gemeindevorsteher Hann. Münden) ergänzten mit ihren Predigtbeiträgen die Wortverkündigung. Auch die besondere Situation Alleinlebender wurde mehrfach aufgegriffen und durch ein bewegendes Beispiel anschaulich dargestellt. Im Gleichnis vom Senfkorn veranschaulicht Jesus, dass das Reich Gottes zunächst kaum sichtbar ist, sein Wachstum aber nicht verhindert werden kann und schließlich für alle sichtbar wird, so ein Fazit aus dem Gottesdienst.

Passend dazu gab es für die teilnehmenden Alleinlebenden nach dem Gottesdienst ein kleines Giveaway – ein Glas Senfbrotaufstrich, als liebevolle Erinnerung an dieses besondere Erleben. Der Chor bereicherte den Gottesdienst mit wohltuenden Vorträgen und Priester Stamm beschrieb zusammenfassend das Erlebte als einen kleinen Festgottesdienst.

Stadtführung nach dem Gottesdienst

Eine weitere Überraschung an diesem Tag war die „geistliche“ Stadtführung – „geistlich“, da sie von Evangelist Scheffler durchgeführt wurde. Er ist seit Kurzem ausgebildeter Gästeführer der Stadt Hann.Münden und führte mit viel Humor und fundierten Kenntnissen über die Stadtgeschichte und die historischen Persönlichkeiten durch einen Teil der Stadt. Er vermittelte Wissenswertes über Doktor Eisenbarth, das Stapelrecht, die Kaufmannschaft und den wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt, die Fachwerkhäuser und deren Erbauer, das Schloss und dessen Geschichte und eine, für damalige Zeit bemerkenswerte Frau, Elisabeth von Brandenburg.

Nach so einem Vormittag war der Hunger groß und so folgte der gemütliche und genüssliche Teil des Tages im Ratsbrauhaus. Zeit für Gespräche und Austausch untereinander. Im Anschluss gab es noch ein Eis auf die Faust, was für eine lange Schlange an der Eisdiele sorgte.

Danach teilte sich die Gruppe ein wenig auf – einige traten den Heimweg an, andere machten noch einen Bummel durch die Stadt, denn so manches Geschäft in Hann. Münden hatte geöffnet.

Zum Ende hin waren viele Stimmen zu hören, was für ein wundervoller Tag es gewesen ist! Seele und Geist wurden wohltuend versorgt im Gottesdienst, gefolgt von einem abwechslungsreichen Programm, einem gemeinsamen Mittagessen und viel Zeit für Gespräche mit Gleichgesinnten – Menschen, die den Sonntag außerhalb des Gottesdienstes oftmals allein verbringen.

Dieser Tag hat viel Freude ausgelöst und weitere Aktivitäten sollen folgen – man darf gespannt sein.